Bob Katz – K-Systems

Im Internet findet man sehr viele Beschreibungen des K-Systems von Bob Katz aber Vorsicht! Viele Anleitungen sind falsch interpretiert und wenn man diese übernimmt läuft man der Gefahr ernster Ohrenschäden zu. Hier nun die korrekte deutschsprachige Beschreibung des K-Systems, zusammengefasst:

Das K-System ist eine visuelle und akustische Lautheit- Orientierungshilfe für Produzenten und Mastering Techniker. Bei der visuellen Lautstärken-Bestimmung wird ein SPL-Meter auf eines der drei K-Systeme (K-20, K-14, K-12) eingestellt deren Headrooms unterschiedlich groß sind.
Bob Katz hat mit Hilfe der Fletcher–Munson Kurve einen Abhör-Referenzpegel bei 83db SPL ernannt. Wenn man sein System auf eines der K-Systeme einrichtet, stellt man fest das 83db SPL laut empfunden wird. 83db ist laut Fletcher-Munson Kurve eine Abhörlautstärke die das menschliche Ohr am linearsten interpretieren kann. Lautstärken über dieser Lautstärke werden als zu laut und schon 7db höher als schmerzhaft empfunden und genau dort liegt eine weitere Theorie von Bob Katz dass alles was über 83db SPL liegt für das menschliche Gehör als zu laut empfunden wird. Das Gehör erträgt Musik bei 83db SPL 3 Stunden und mit einer Pause alle zwei Stunden sind bis 8 Stunden ohne Schäden möglich. Bei dieser Lautstärke reagiert das Gehör sehr sensibel auf Lautheit- Unterschiede. Zu hohe Pegel (schon ab 87db SPL) führen bei längerer Beschallung zu ernsthaften, anhaltenden bis dauernden Hörschäden und sind daher für das Abhören dringend zu vermeiden.

Hier liegt bei den meisten Beschreibungen der Fehler, denn auch 83db SPL ist bei Bob Katz ausschließlich der Referenzpegel auf dem Monitor-Gain = 0. Sein SPL-Meter wird bei einem internen Signal (- 14 dBFS Rosa Rauschen) bei K-14 visuell auf 0db eingestellt mit 14db Headroom. Der ideale Abhörpegel für Pop und Rock (K-14) liegt 6db unter 83db SPL also bei 77db SPL. K-20 kann tatsächlich bei auf dem Monitorregler markierten Referenzpegel 0 (Einmesslautstärke 83db SPL Rosa-Rauschen) abgehört werden weil der Headroom bei einer K-20 Mischung entsprechend größer wird und die Musik dadurch dynamischer und nicht so laut wie beim K-14 oder K-12 System empfunden wird.

Das heißt man misst eines der K-Systeme am Monitor und sofern keine analogen Messgeräte eingesetzt werden, Rechnerintern ein und reduziert für Pop und Rockmusik die Lautstärke um 6db am Monitor Gain. Das ist dann die korrekte K-14 Abhörlautstärke. Bob Katz beschreibt diesen wichtigen Teil mehrfach auf seiner Website, jedoch höre ich immer wieder im Bekanntenkreis dass tatsächlich mit 83db SPL dauerhaft gehört wird obwohl diese Lautstärke bei den meisten aktuellen Pop und Rock Songs als sehr laut empfunden wird. Das Gehör ist sehr sensibel. Wenn man merkt es ist zu laut dann den Pegel auf eine angenehme Lautstärke runterregeln und noch einmal messen. Man sollte sich bewusst sein dass 83db SPL der akustische und visuelle Maximal Referenzpegel des K-Systems ist, der für laut steht.

Beim korrekten Einmessen in einem Projekt oder Home-Studioliegt eine weitere Gefahr „Raummoden“.
Für das einmessen der Referenzlautstärke des K-Systems benötigt man ein SPL-Meter (eingestellt auf C weighted). SPL-Meter reagieren empfindlich auf Raummoden was dazu führen kann das bei einem nicht linearen Raum mit vielen Raummoden das SPL-Meter erst bei einer tatsächlichen Lautstärke weit über dem Referenzpegel 83db anzeigt oder bei Druckmaxima weit unter 83db. Richtet man sein Home-System nun mühevoll auf diesen Pegel an nur einer Hörposition ein, können Raummoden dazu führen dass der SPL Pegel nicht korrekt bestimmt wurde. Wichtig ist daher vorher eine Frequenzanalyse zu machen ob an der Hörposition ein linearer Verlauf gemessern werden kann (Raummoden können bis über 20 db einer Frequenz breitbandig bei stehenden Wellen einfach komplett schlucken). Erst wenn der Raum einen relativ linearen Frequenzverlauf aufweist (Raummoden +- 8db max.), kann die Lautstärke korrekt eingestellt werden. Eine Schritt für Schritt Anleitung für das Einrichten des K-14 Systems finden Sie hier: K-14 einrichten

Hoffentlich ist mein erster Blog hilfreich und bewahrt den ein oder anderen vor falschen Einstellungen. Ich freue mich auf Deinen Kommentar „I Like“.

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